Tulifäntchen

Der zu klein geratene Ritter „Tulifäntchen“ geht als letzter Erbe der Familie der Tulifanten auf die Suche nach Heldentaten. Im Ohr seines treuen Gefährten, des Schimmels Zuckladoro, erreicht er das „Land der Frauen“. Diese haben ihre Männer vertrieben, weil sie es satthatten, einerseits angehimmelt, andererseits an den Kochtopf verbannt zu werden. Tulifäntchen erfährt, dass der Riese Schlagadodro die Prinzessin Balsamine, die Tochter der Königin Grandiose, geraubt hat. Er sieht seine Stunde „der Tat, des Ruhms“ gekommen. Mit Hilfe der Fee Libelle, die schon seit seiner Geburt über ihn wacht, bringt Tulifäntchen die Mauer aus Eisen zu Fall, hinter der sich der Riese verschanzt hat, und befreit Balsamine, die der Riese umbringen will. Zum Dank vermählt die Königin den kleinen Ritter mit der gelehrten Prinzessin. Diese Ehe bekommt ihm allerdings nicht. Wieder muss die Fee eingreifen und Tulifäntchen ins „Reich der Geister“ retten, wo er „ob seiner großen Tugend“ sehr beliebt ist.

Eine Lesung mit An Kuohn, Achim Conrad, Markus Manig und Thomas Zieler (verschiedene Besetzungen möglich).

Der Alte König in seinem Exil

Arno Geiger hat ein tief berührendes Buch über seinen Vater geschrieben, der trotz seiner Alzheimerkrankheit mit Vitalität, Witz und Klugheit beeindruckt. Die Krankheit löst langsam seine Erinnerung und seine Orientierung in der Gegenwart auf, lässt sein Leben abhandenkommen. Arno Geiger erzählt, wie er nochmals Freundschaft mit seinem Vater schließt und ihn viele Jahre begleitet. In nur scheinbar sinnlosen und oft wunderbar poetischen Sätzen entdeckt er, dass es auch im Alter in der Person des Vaters noch alles gibt: Charme, Witz, Selbstbewusstsein und Würde. Achim Conrad und Thomas Zieler nähern sich in ihrer Lesung behutsam dieser so besonderen Beziehung und erzählen von einem Leben, das es immer noch zutiefst wert ist, gelebt zu werden.

Märchen von Heinrich Seidel

Die Märchen von Heinrich Seidel (1842 – 1906) gehören zu den schönsten und sprachgewaltigsten, die uns aus den vergangenen Jahrhunderten überliefert sind. Vor dem Hintergrund der mecklenburgischen Landschaft konstruiert Seidel, anrührende metaphernreiche und ironische Geschichten.
Dabei nutzt er teilweise Motive seiner großen Vorbilder Hans Christian Andersen, Wilhelm Hauff und E. T. A. Hoffmann. Oft handeln die Märchen von mutigen Kindern. Da macht sich die winzig kleine Prinzessin Zitrinchen nach erfolglosen Versuchen ihrer Eltern, sie zu verheiraten, ganz allein auf, um in der Welt ihr Glück zu finden, eine andere Prinzessin trotzt im „Zauberklavier“ dem Verbot ihres Vaters und spielt Klavier, und es gelingt ihr sogar, dem ganzen Königreich bewusst zu machen, dass Musik das Leben reicher macht. „Das Weihnachtsland“ erzählt von dem kleinen Werner, der am Rande eines Dorfes lebt und einmal auf wundersame Weise ins Reich des Weihnachtsmannes gelangt.
Heinrich Seidel arbeitete zunächst als Ingenieur. Sein Meisterstück war das Dach der Ankunftshalle des Anhalter Bahnhofs in Berlin. In seinem literarischen Schaffen wurde er von Gottfried Keller und Theodor Storm gefördert.

Das Leben des Dichters Novalis – Der bedeutendste Dichter der Frühromantik

Friedrich von Hardenberg, der sich Novalis nannte, wurde 1772 auf Schloss Oberwiederstedt im damals kursächsischen Teil der Grafschaft Mansfeld geboren und starb 1801 in Weißenfels. Er war nicht nur Dichter, sondern zugleich Jurist, Philosoph und Bergbauingenieur. Obwohl Novalis keine 30 Jahre alt wurde, hinterließ er einen enormen Reichtum von Gedanken zu vielen Wissensgebieten, die sich heute teils erstaunlich aktuell lesen. Die Lesung gibt einen Einblick in das Leben des Dichters, seine Studien, seine Begegnungen mit Schiller, Fichte und Friedrich Schlegel sowie die ihn tief prägende, tragisch endende Liebesziehung mit Sophie von Kühn. Zugleich wird auch der geschichtliche Hintergrund seines Lebens und seines Wirkens anschaulich gemacht.

DAS LEBEN DES DICHTERS NOVALIS – Der bedeutendste Dichter der Frühromantik
Eine kulturgeschichtliche Plauderei und Lesung mit Markus Manig, Thomas Zieler u. a. (verschiedene Besetzungen möglich)

Mechthild von Magdeburg – Mystikerin, Begine, Dichterin

Mechthild von Magdeburg (1207 – 1282) verdichtete ihre intensive Gottesbeziehung sprach-schöpferisch zu Minneliedern, deren Schönheit uns noch heute berührt. Die Lesung ist zugleich eine Einführung in die Zeit Mechthilds und veranschaulicht die Größe ihrer Leistung. Neben Zitaten aus ihrem Buch „Das fließende Licht der Gottheit“ kommen Zeitgenossen zu Wort wie der Dominikaner Heinrich von Halle, Mechthilds Beichtvater und erster Herausgeber ihrer Schriften, sowie Gertrud die Große. Der jüngeren Mitschwester war Mechthild im Kloster Helfta begegnet, wohin sie sich in ihren letzten Lebensjahren zurückgezogen hatte. Außerdem veranschaulichen Äußerungen von Gegnern der Beginenbewegung die Konflikte, in denen sich Mechthild behaupten musste.

MECHTHILD VON MAGDEBURG – Mystikerin, Begine, Dichterin
Eine kulturgeschichtliche Plauderei und Lesung mit An Kuohn, Thomas Tucht, Thomas Zieler u. a. (verschiedene Besetzungen möglich)

Gegenstandsloses Erzählen über Gegenstände

Absurdes, Erstaunliches, Humorvolles, Verstörendes im Alltag

Apfel, Brett, Fahrrad, Pullover, Müllsäcke, Zahnstocher – Gegenstände aus allen Tagen. Wer kennt sie nicht! Henrik Weiland hat einer Vielzahl von Gegenständen Wunderliches, Skurriles, Tiefsinniges, Absurdes, Alptraumhaftes, Heiteres entlockt und schenkt ihnen ein Eigenleben, das ihn als Erzähler zum Gegenstand der Gegenstände macht; die Gegenstände erzählen den Autor.
1957 in Dresden geboren, widmet sich Weiland in seinen Büchern vorrangig vermeintlichen Randerscheinungen. Er lotet mit unbändiger Fabulierlust aus, was ihm über den Weg läuft. Die Sprache ist für ihn ein Mittler zwischen Beobachtung und lustvoller Niederschrift. Die Lesung dieser Texte, zwischen einer Zeile und einer Buchseite lang, hat bereits breite Publikumsschichten an verschiedensten Leseorten erfreut, Schüler genauso wie Senioren. Eine kurzweilige Lesung, unterhaltsam und anregend!